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Instagram Reels vs. TikTok: Was schneidet besser ab?

9. September 2021

Instagram Reels vs. TikTok: Was schneidet besser ab?

Seit Februar sind wir mit der Rheinischen Post bei TikTok, seit August laden wir unsere Videos eins zu eins auch in den Instagram Reels hoch. So unterscheiden sich die Zahlen und die Handhabung auf den beiden Netzwerken bisher voneinander. Ein Erfahrungsbericht.

#LernenmitTikTok heißt ein Förderprogramm von TikTok für Bildungsinhalte auf der Plattform. Ab Februar 2020 waren wir mit der Rheinischen Post dabei: Parallel zur gleichnamigen „Humbug“-Artikelserie haben Aziza El-Gindi, Sahar Khodjasteh, Stephanie Eßer, Phil Ninh und ich zirka einminütige Videos produziert, in denen wir verbreitete Mythen und Falschnachrichten aufklären. Diese Förderung von TikTok endete am 31. Juli. Da die Reichweiten in dem sozialen Netzwerk so gut waren, haben wir unsere Testphase verlängert und probieren jetzt auch ein breiteres Themenspektrum aus. Diese Videos laden wir seitdem parallel auch als Instagram Reel hoch.

So viel zum Hintergrund. Hier ein Einblick in unsere Erfahrungen im direkten Vergleich.

Reels erreichen schneller ihr Publikum

Der erste große Unterschied bei Instagram gegenüber TikTok: Die Reels werden viel schneller von Nutzer*innen gesehen. Bei TikTok hängen die Video-Views mindestens 24 Stunden und manchmal bis zu einer Woche im zwei- bis dreistelligen Bereich fest. Erst dann landen sie auf der „For you“-Page – wenn man Glück hat. Postet man ein Reel bei Instagram, erreicht es dagegen meistens schon nach einer halben Stunde mehrere tausend Nutzer*innen und hat dann sein finales Level nach 24 Stunden erreicht. Hier bieten sich also viel mehr als bei TikTok auch tagesaktuelle Newsthemen an.

Am Anfang haben wir die Reels nur im entsprechenden Bereich veröffentlicht und nicht zusätzlich im Instagram-Feed hochgeladen, weil das Video dann in der Vorschau auf ein quadratisches Format zugeschnitten und damit unschön abgeschnitten wird. Ein großer Fehler, wie wir später festgestellt haben: Wenn man beim Posten den Schalter auf „auch im Feed teilen“ setzt, steigt die View-Zahl eindeutig an. Unsere Videos ohne Feed-Postings erzielten meistens Views im vierstelligen Bereich, die mit Feed-Posting alle im fünfstelligen. Daher meine These: Bei Instagram wird ein Reel verstärkt den eigenen Follower*innen angezeigt, während TikTok jedes Video jeweils für sich betrachtet und vor allem auf der „For you“-Page ausspielt.

So abgeschnitten sehen die Reels im Instagram-Feed aus.

Ein weiterer Vorteil von Instagram: Bei den Reels kann man den Teaser-Text selber im Nachhinein noch ändern, bei TikTok geht das nicht.

Dafür müssen zumindest bei uns die Untertitel noch höher im Bild sitzen, weil der automatische Hinweis auf das COVID-19-Informationszentrum der App viel breiter ist als bei TikTok.

Der COVID-19-Kasten nimmt viel Platz im Reel von Aziza ein.

TikTok kann größere Reichweiten bringen

Wie schon beschrieben: Bei TikTok ist die Gefahr höher, dass einzelne Videos komplett floppen und nur von hundert bis tausend Nutzer*innen gesehen werden. Dafür gibt es aber andererseits die Chance, mit einem Video auf der „For you“-Page zu landen und eine Vielzahl der eigenen Follower*innen zu erreichen.

Bei den Instagram Reels liegen unsere View-Zahlen mittlerweile immer im fünfstelligen Bereich, bei Tiktok haben wir schon mehrfach weit über 100.000 Views erzielt.

Die View-Zahlen bei TikTok variieren extrem.

Außerdem erreichen wir bei TikTok eine höhere Interaktionsrate. Drei Prozent der Nutzer*innen, die ein Video gesehen haben, liken oder kommentieren es auch. Bei Instagram sind es 0,5 Prozent. Das kann aber natürlich auch daran liegen, dass die Funktion der Reels etwas neuer ist und Nutzer*innen noch nicht daran gewöhnt sind.

Fazit: Bisher produzieren die Instagram Reels bei uns verlässlichere View-Zahlen, bei TikTok gibt es dafür die Chance, eine viel größere Zielgruppe zu erreichen.

Disclaimer: Es kann natürlich sein, dass die sozialen Netzwerke ihre View-Zahlen unterschiedlich messen. Meine Analyse basiert nur auf den Zahlen, die TikTok und Instagram jeweils in den Insights unserer Profile anzeigen.

Hier habe ich gebloggt, was an der Nutzeroberfläche von TikTok so knifflig ist.
Hier habe ich aufgeschrieben, wie man bei TikTok (nicht) viral geht.

Unsere Autorin ist Leiterin Audience Development bei der Rheinischen Post. Hannah Monderkamp finden Sie unter anderem auch auf Twitter und LinkedIn.

Beitragsbild: Unsplash/Alexander Shatov