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Die besten Verschwörungstheorien: Hilfe, unsere Bundeskanzlerin ist ein Echsenmensch

14. August 2018

Die besten Verschwörungstheorien: Hilfe, unsere Bundeskanzlerin ist ein Echsenmensch

Auch Thema beim Campfire: Viele Menschen glauben daran, dass höhere Mächte sie belügen  und bezweifeln die Berichte der Medien. Das ist manchmal unterhaltsam und häufig gefährlich.

Verschwörungstheorien sind ein Dauerbrenner der Weltgeschichte. In der Neuzeit gelten die Vereinigten Staaten als Mekka der Verschwörungstheoretiker. Die Mondlandung sei gefälscht, die Erde flach, der Anschlag auf das World Trade Center selbst inszeniert und Elvis Presley noch am Leben – für jeden Geschmack wird etwas geboten. Doch auch Deutschland hat diverse Verschwörungstheorien zu bieten. Ein kleiner Überblick.

Aldebaraner Er war der Star der deutschen Verschwörungsszene: Axel Stoll. Der 2014 verstorbene rechtsextreme Esoteriker hatte seine ganz eigene Vorstellung von der jüngeren Weltgeschichte. Seiner Vermutung nach stammen die „Arier“ von Aldebaranern, den Bewohnern eines anderen Sonnensystems ab. Sie sollten über den Strafplaneten Erde herrschen, auf den Verbrecher aller möglicher „Rassen“ geschickt worden seien. Die Nationalsozialisten sollen auch „transmediale“ Kontakte zum Aldebaran gehabt haben. Lange Frauenhaare dienten hierbei als Sender und Empfänger. Mit diesem Wissen schafften sie Wunderwaffen wie die „Reichsflugscheibe“. Die Rückseite des Mondes, glaubte Stoll, sei zudem heute von den Nationalsozialisten besiedelt.

Reichsbürger Auf den ersten Blick skurril, auf den zweiten Blick gefährlich: die Reichsbürger. Die unterschiedlichen Strömungen der Bewegung eint der Glaube an eine Nichtexistenz der Bundesrepublik Deutschland. Für viele von Ihnen besteht das Deutsche Reich in irgendeiner Form fort, andere bezeichnen sich stattdessen auch als staatenlos. Am äußersten rechtsextremen Ende steht die Exil-Regierung Deutsches Reich, die von Norbert Schittke angeführt wird. Schittke ist offen rassistisch und glaubt wie Stoll an Aldebaraner. Aber der Dunstkreis der Verschwörungstheorie reicht auch bis zum Sänger Xavier Naidoo, der sich mit seiner Aussage, Deutschland sei immer noch ein besetztes Land, in der Vergangenheit ähnlicher Argumentationsmuster bedient hat.

Reptiloide Zahlreiche Verschwörungstheorien nehmen eine neue Weltordnung an, in der eine Gruppe nach totalitärer Macht strebt. Oft wird diese Annahme antisemitisch begründet, dann gilt das „Weltjudentum“ als Gruppe von Verschwörern. In einer speziellen Spielart sind es hingegen reptiloide Wesen, sogenannte Echsenmenschen, die nach der Weltherrschaft streben. Diese menschenähnlichen Lebewesen sollen von reptilienartigen Außerirdischen abstammen. Im Internet finden sich zahlreiche Videos mit „Beweisen“ für das Reptiliendasein einflussreicher Personen in Politik und Gesellschaft. Ein Echsenmensch ist demnach Angela Merkel.

Chemtrails Ein Klassiker, der seit den 1990er Jahren verbreitet wird, ist die Chemtrail-Theorie. Im Internet sind Videos mit vermeintlichen Beweisen für Chemtrails zu sehen. Es soll sich hierbei um eine spezielle Art von Kondensstreifen handeln. Diese seien nicht auf kondensierte Flugzeugabgase, sondern auf absichtlich angebrachte Chemikalien zurückzuführen, glauben die Anhänger dieser Theorie. Zu den damit verfolgten Zielen haben sie unterschiedliche Meinungen. Manche nehmen lediglich eine Wetterbeeinflussung an, andere glauben an eine bewusste Vergiftung der Bevölkerung.

Bevölkerungsaustausch Dass die beliebtesten Verschwörungstheorien oft aus dem Umfeld der extremen Rechten stammen, zeigt auch das letzte Beispiel dieser Liste: die Annahme eines gezielten Bevölkerungsaustausches, in der Szene auch „Umvolkung“ genannt. Demnach orientiert sich die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung keineswegs an humanitären Zielen, sondern ist ein bewusster Plan, das „eigene Volk“ auszurotten. Das Ziel sei es die Zahl der Deutschen zu vermindern und durch muslimische Einwanderer zu ersetzen. Sowohl der verstorbene Ex-FAZ-Journalist Udo Ulfkotte als auch der Publizist Matthias Matussek befeuerten diese These mit angeblichen Formulierungen aus Migrationsberichten der Vereinten Nationen.

Foto: REUTERS/Hannibal Hanschke