Campfire Zeitgeist

Campfire 2019: Das ist das Programm im RP-Zelt

7. August 2019

Campfire 2019: Das ist das Programm im RP-Zelt

Am Wochenende vom 31. August und 1. September 2019 ist es wieder soweit: Das Campfire kommt nach Düsseldorf – das Festival für Demokratie, Medien und Zukunft am Rhein. Die Rheinische Post ist auch in diesem Jahr mit einem eigenen, vielfältigen Programm dabei, in einem großen Zirkuszelt. Wir stellen die Highlights vor.

Krise! Klickbait! KapitänInnen! Der rheinische Mediengipfel (Samstag, 31.08., 11 Uhr)

Wie zukunftsfest ist der Journalismus im Westen? Wie geht erfolgreiche Lokalberichterstattung an Rhein und Ruhr? Welche Rolle spielen klassische Medien wie Print und Fernsehen künftig? Wir reden darüber – mit den ChefredakteurInnen Ellen Ehni (WDR Fernsehen), Carsten Fiedler (Kölner Stadt-Anzeiger), Marie Todeskino (DerWesten) und Michael Bröcker (Rheinische Post). Moderation: Richard Gutjahr

Zwischen Relotius, Westfernsehen und Merkel-Zittern: Wie doof sind die deutschen Medien? (Samstag, 31.08., 12 Uhr)

Ein Journalist schafft es über Jahre, gefälschte Texte beim Nachrichtenflaggschiff „Der Spiegel“ unterzubringen. Umgekehrt schaffen es die deutschen Medien nicht, Vorwürfe von Gleichschaltung und „Fake News“ so zu entkräften, dass auch die Kritiker von rechtsaußen überzeugt sind. Warum ist das so? Und was wären Rezepte, um Vertrauen in die Arbeit von Journalisten wieder zu stärken? Eine Diskussion mit den Machern von Übermedien, Boris Rosenkranz und Stefan Niggemeier. Moderation: Richard Gutjahr

Deine Mudder wächst schneller als Facebook: Wie TikTok Deutschland und die Welt erobert (Samstag, 31.08., 13 Uhr)

TikTok ist die wohl meistgehypte App der Welt: 800 Millionen Menschen nutzen das soziale Netzwerk regelmäßig, auch in Deutschland ist TikTok auf dem Vormarsch. Was will der chinesische Mutterkonzern, der 1 Milliarde Euro für Werbung ausgab? Woher kommt der große Erfolg? Und wie können Medienmacher Tiktok für sich nutzen? In diesem Panel finden wir es heraus. Mit dabei sind Orlina Miller, Europa-Marketingchefin von TikTok, die TikTok-Kreatorinnen @yasta und @midovibes und der 1Live-Digitalstratege Robert Rack. Moderation: Richard Gutjahr

Medium mit Migrationshintergrund (Samstag, 31.08., 14 Uhr)

Neben der Bild, der Rheinischen Post und dem Spiegel liegen in deutschen Kiosken auch die Russkaja Germanija, die Hürriyet und die Vesti. Sie gehören zu den in Deutschland erscheinenden fremdsprachigen Titel der Diasporapresse. Ihre Relevanz hängt direkt vom Medienkonsum ihrer Adressaten ab: den 19,3 Millionen Menschen in Deutschland mit Migrationshintergrund. Wie ist ihr Verhältnis zu den klassischen und neuen Medien? Über welche Kanäle informieren sie sich? Bemühen sich deutsche Redaktionen darum, sie als Rezipient zu gewinnen? Finden die vielfältigen Lebensentwürfe, Herkunftsgeschichten und Biografien auch in den Medien statt? Darüber spricht RP-Redakteurin Alev Doğan mit Sheila Mysorekar, Vorsitzende der „Neuen deutschen Medienmacher“, Dr. Christine Horz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ruhr-Universität Bochum, die zu Medien und Migration lehrt und forscht, sowie mit Ahmet Külahçı, Kolumnist der Europa-Ausgabe der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“.

Rheinpegel Live-Podcast (Samstag, 31.08., 15 Uhr)

Jede Woche sprechen Helene Pawlitzki und Arne Lieb im Rheinpegel-Podcast über das, was Düsseldorf bewegt. Hier tun sie es live und mit Gästen.

Realität statt Buzzword: Was KI in Deutschland heute schon kann (und was nicht) (Samstag, 31.08., 16 Uhr)

Wie bei jedem ordentlichen Hype ist die Berichterstattung zu Künstlicher Intelligenz entweder voller Euphorie oder voller Skepsis bis hin zu Angst. Stephan Clasen, Technischer Leiter im denkwerk, macht in diesem Vortrag anhand von aktuellen Beispielen deutlich, dass KI als Werkzeug zu betrachten ist, mit dem man gute und schlechte Dinge tun kann, und welchen Einfluss der Mensch darauf nehmen kann.

Wer will noch Journalist werden? (Samstag, 31.08., 17 Uhr)

Redaktionen und Journalistenschulen haben zunehmend Nachwuchssorgen: Während vor ein paar Jahren Journalist noch ein Traumjob war, kriegen einige Medien heute kaum noch ihre Ausbildungsplätze voll. Wie ist diesem schönen Beruf nur seine Coolness abhanden gekommen? Wir reden darüber mit Leonard Ottinger (RTL Journalistenschule), Anke Vehmeier (Bundeszentrale für politische Bildung), Andreas Wolfers (Henri-Nannen-Schule) und Yannik Dillinger (Schwäbische Zeitung). Moderation: Helene Pawlitzki

„Sirenen! Wer weiß, was da los ist?“ – Wie Social Media die Blaulicht-Berichterstattung verändert (Samstag, 31.08., 18 Uhr)

Kaum ist irgendwo ein Unfall passiert, zücken Passanten das Smartphone und posten die Fotos in den sozialen Netzwerken. Und jedes Verbrechen wird ausführlich in den lokalen Facebook-Gruppen diskutiert. Wie verändern diese Entwicklungen den Job des Blaulicht-Reporters? Und wie reagiert die Polizei darauf? Eindrücke dazu liefern Christoph Reichwein, freier Fotograf und Volker Aschoff, Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizei Dortmund. Moderation: Judith Conrady

Machiavelli live (Samstag, 31.08., 19.30 Uhr)

HipHop ist politisch geboren und HipHop ist politisch geblieben. Egal, ob international oder in der Bundesrepublik: Von N.W.A. bis K.I.Z. von Advanced Chemistry bis Kendrick Lamar. Rap liebt Politik. Politik liebt Rap – manchmal offensiv aus jeder Zeile, manchmal versteckt zwischen den Reimen. Vassili Golod und Jan Kawelke sprechen und streiten im „Machiavelli“-Podcast über diese Liebesgeschichte – auf dem Campfire 2019 live vor Publikum. Gäste: tba

Rassismus in deutschen Stadien (Sonntag, 01.09., 11 Uhr)

Der Fußball dachte, er habe das Problem auf der Rechten Außenbahn im Griff. Doch zusehends nutzen Rechtsradikale die Stadien der Republik wieder, um für Ihre Sache zu werben. Durch die rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies stellt sich die Frage, wie glaubwürdig sind die Verantwortlichen noch? Im Gespräch mit Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident und Raphael Brinkert, Ex-Chef von JVM Sports und Partner von Christoph Metzelder. Moderation: Gianni Costa

LTE reicht uns nicht mehr – was 5G für Gesellschaft und Wirtschaft bedeutet (Sonntag, 01.09., 12 Uhr)

Das schnelle Mobilfunknetz 5G hat auch Deutschland erreicht. Im internationalen Vergleich scheinen wir anderen Industrienationen wie China und den USA hinterher zu hinken. Ist das so? Wie weit ist Deutschland mit dem Ausbau? Warum brauchen wir das schnelle mobile Netz eigentlich? 5G ist nicht nur für die Industrie von großer Bedeutung, auch für uns als Endverbraucher wird sich einiges ändern. Hintergründe und einen Ausblick gibt Dr. Michael Lemke, Senior Technology Principal bei Huawei.

Wie ein Chefredakteur versuchte, die komplett Kleinstadt kennenzulernen (Sonntag, 01.09., 12.30 Uhr)

200 Menschen in einem Jahr treffen? 200 Porträts und Interviews in 365 Tagen? Benjamin Piel hat sich in seinem ersten Jahr als Chefredakteur des Mindener Tageblatts so oft irgend möglich vor die Redaktionstür begeben. Er hat Menschen besucht und viele gute Erfahrungen gemacht. Vor allem eine: Die Menschlichkeit ist so viel größer als der Hass!

Besuchen Sie diese Diskussion für nur 99 Cent im Monat (Sonntag, 01.09., 13 Uhr)

Immer mehr Online-Portale verlangen Geld für ihre Inhalte. Die Paywall-Modelle sind ganz verschieden, nur die allgemeine Richtung ist die Gleiche: Weg vom Gratisjournalismus im Netz, hin zum Digitalabo. Geht das gut? Und was macht das mit unseren Lesern? Droht ein Informationsprekariat, das sich keine fundierten Informationen leisten kann? Darüber diskutieren Julia Bönisch (Süddeutsche Zeitung), Christian Hasselbring (Laterpay) und Rainer Leurs (RP ONLINE). Moderation: Jennifer Lachman (manager magazin)

Am Steuer des Nachrichten-Supertankers: Was Tanit Koch über RTL und n-tv erzählt (Sonntag, 01.09., 14 Uhr)

Schon Anfang des Jahres war klar, dass diese Personalie eine der spannendsten 2019 in der Medienszene sein würde: Tanit Koch, früher Chefredakteurin der „Bild“, leitet jetzt den Nachrichtensender n-tv und verantwortet auch das journalistische Zentrum der RTL-Nachrichtenredaktion. Wo stehen die klassischen Fernsehsender im Kampf um die Aufmerksamkeit? Wie sehr verändert die Digitalisierung auch die Bewegtbildmedien? Ist das Fernsehen nicht genauso in der Krise wie die Zeitung, wenn Jugendliche lieber Netflix schauen als 20.15 Uhr die Mattscheibe anzuschalten? Mit Tanit Koch diskutiert Eva Quadbeck, Leiterin des Berliner Hauptstadtbüros und Mitglied der Chefredaktion der Rheinischen Post.

Digitale Heimat – Wieviel Staat braucht die Digitale Gesellschaft (Sonntag, 01.09., 15 Uhr)

Der digitale Wandel bringt Veränderungen im gesellschaftlichen Alltag eines jeden Einzelnen mit sich. Dieser Wandel birgt weitreichende Chancen Vorhandenes infrage zu stellen und neu zu denken. Gleichzeitig üben das Silicon Valley und andere Akteure zunehmend Einfluss auf uns und unseren europäischen Wertekanon aus: Wie schützen wir in diesem Zusammenhang die souveräne digitale Identität unserer Bürger? Welchen Einfluss haben neue Technologien auf die Art, wie wir kommunizieren und leben? Wie gestalten wir den Rahmen für eine digitale Gesellschaft ausgehend von analog etablierten Normen und Gesetzen? Es diskutieren Alexander Smolianitski (Stadt Düsseldorf), Andrea Höngesberg (Rheinische Post), Laura Leißner (Weizenbaum Institut „Digital Citizenship“),  Prof. Dr. Oliver Zöllner (Institut für digitale Ethik), Pablo Mentzinis (SAP), Ann Cathrin Riedel (LOAD e.V.) und Markus Hartmann (Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW).

“Du bist Facebook-Gruppenadmin, wenn…” (Sonntag, 01.09., 16 Uhr)

Sie bitten um Hilfe, wenn ihre Spülmaschine kaputt ist, suchen einen Fotografen für ihre Hochzeit oder fragen nach einem schönen Kinderspielplatz in ihrer Stadt: Lokale und regionale Facebook-Gruppen spielen mittlerweile eine sehr wichtige Rolle im Alltag vieler Menschen. Wieso ist das so? Wie viel Arbeit steckt hinter der Moderation einer Gruppe mit Tausenden Menschen? Welche Probleme gibt es dabei? Vier Administratoren aus NRW erzählen. Moderation: Laura Harlos.

Diese Übersicht wird nach und nach aktualisiert. Das komplette Programm des Campfire 2019 gibt es hier.

Das Campfire wird organisiert von der Rechercheorganisation Correctiv, die Rheinische Post ist Mitveranstalter und Medienpartner. Im vergangenen Jahr diskutierten in 15 Zelten und bei mehr als 150 Programmpunkten Bürger mit Medienvertretern, Politikern, Kulturschaffenden und Unternehmern über Trends, Technologien und die Zukunft der digitalen Gesellschaft. Mehr als 10.000 Besucher waren auf dem Festivalgelände. Auch in diesem Jahr sind alle Veranstaltungen kostenlos und frei zugänglich. Das Programm beginnt am Samstag um 10 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr und dauert jeweils bis in den Abend. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm für die ganze Familie.

Das Campfire-Programm der Rheinischen Post wird freundlich unterstützt von:

(Foto: Jana Bauch/RP)