Campfire-Schülerredaktion

Silicon Valley – Die Hoffnung vieler Schicksale?

2. September 2018

Silicon Valley – Die Hoffnung vieler Schicksale?

Auf dem Campfire Festival 2018 in Düsseldorf wurde neben vielen anderen Themen auch die Forschung im Silicon Valley behandelt. Insbesondere stellte sich die Frage, ob das Alter besiegbar ist und Krankheiten wie Krebs oder Hepatitis C durch Gentherapien bekämpft werden können. Um diese Fragen beantworten zu können, holte  Moderatorin Annika Joeres die Experten Thomas Schulz und Günter Wältermann aufs Podium.

Das Silicon Valley  ist eine Region südlich von San Francisco, in der 1951 der Stanford Industrial Park als Forschungsgebiet errichtet wurde. Es wurde genutzt, um Forschungen durchzuführen oder innovative Ideen in die Tat umzusetzen und ist schnell zu einem Treffpunkt von Elitewissenschaftlern und Nobelpreisträgern geworden.

„Mit Technik kann man auch Gutes tun“, so Günter Wältermann, einer der drei Vorsitzenden der AOK. So lassen sich zum Beispiel Fehler im Erbgut eines Menschen mit Jeniffer Doudnas‘ Erfindung, der sogenannten „Genschere“, korrigieren. Hat man die DNA eines Tumors in seiner Blutlaufbahn, so soll auch dies noch vor seiner Entstehung mithilfe spezieller Bluttests erkannt werden, sodass man das Wachstum frühzeitig verhindern kann. Doch das ist längst nicht alles, was sich  ändern lässt. Wältermann gab allerdings zu bedenken, dass nicht jede Veränderung auch eine Verbesserung darstellt. Somit müsse man gute von schlechten Innovationen unterscheiden, wozu die GKV („Interessenvertretung gesetzlicher Kranken- und Pflegekassen“) gezielt Kriterien definiert hat.

Auf die Frage, wie die beiden zu den bisherigen Erfolgen stehen, zeigten sie sich optimistisch. Thomas Schulz, der 5 Jahre lang im Silicon Valley lebte und ein Buch namens „Zukunftsmedizin“ veröffentlicht hat, erklärte, dass es in den letzten Jahren einen enormen Entwicklungsschub gab. Die neue Ära der Medizin habe begonnen, für die besonders die künstliche Intelligenz sorge. Sie gäbe es nun seit drei Jahren, obwohl die Forschungen schon seit den 80ern laufen.

Anschließend wurden die Kosten solcher Gentherapien theramtisiert. „Es sollte keine Diskussion über die Kosten entstehen, denn die Behandlungen sind keine Frage des Geldbeutels!“, stellte Günter Wältermann klar. Trotzdem  sollten die neuen Möglichkeiten bezahlbar bleiben. Die Pharmaindustrie überziehe die Preise, die Behandlung einer erblichen Blindheit beispielsweise würde pro Auge eine Millionen Dollar kosten. Darin sieht er ein Problem, da der Zugang zur Medizin niemandem verwehrt werden solle.

In einer anschließenden Fragerunde empfand jemand den Angst-Faktor bei Leuten, die anfällig für Krankheiten sind, als problematisch. Daraufhin hieß es: Alle Menschen haben das Recht, auf diese Informationen zu verzichten, sofern sie lieber unbesorgt weiterleben wollen. Die Entscheidung könne auch der Arzt treffen, eine gesetzliche Vorschrift gäbe es allerdings nicht. Das liegt unter anderem an der Personalisierung jedes einzelnen Patienten und seines Heilungsprozesses.

Dadurch, dass es sich nur um eine vermutete Diagnose handelt, würden manche Personen auch in den Wahn einer Übertherapie geraten, also sich immer und immer wieder ohne Notwendigkeit behandeln lassen und sich damit nur selbst schaden.

Durch all die neuen Methoden werden zwar nur ca. 1% der Krankheiten geheilt, da die Gentheraphie nur auf die, die monogen sind, anschlägt. Dennoch kann man sagen, dass diesers eine Prozent schon einen guten Anfang darstellt. Letztendlich sind die Experten sich sicher, dass wir in Zukunft noch viele Berührungspunkte mit diesen Projekten haben werden.

(Von Lina Jakomin und Ben Vos)

Dieser Beitrag ist im Rahmen eines Journalismus-Workshops für Schüler auf dem Campfire entstanden. Organisiert wurde der Workshop vom Correctiv.