Campfire-Schülerredaktion 2019

Welche Rolle Schulen bei der Bekämpfung von Homophobie spielen

31. August 2019

Welche Rolle Schulen bei der Bekämpfung von Homophobie spielen

Ein Beitrag von Simon Heuwing, Duisburg. Dieser Text ist im Rahmen der Schülerredaktion der Reporterfabrik des Correctiv auf dem Campfire entstanden.

Homophobie ist ein Thema, welches in unserer Gesellschaft keine sonderlich große Rolle mehr spielt. Homosexualität wird von den meisten Menschen toleriert, akzeptiert und respektiert. In einer modernen Gesellschaft wie der unseren ist es in Ordnung, nicht einem heterosexuellen Rollenbild zu entsprechen. Anders verhält sich jedoch die Situation an Schulen. Die sexuelle Freiheit wird von einem Teil heutiger Schüler*innen nicht anerkannt. 

Homophobe Äußerungen, das Mobbing anders Aussehender und die Verweigerung von Gender-Mainstreaming sind Dinge, welche man an Schulen häufig mitbekommt. Doch wie kann das sein? Auf der einen Seite die aufgeschlossenen „Fridays for Future“-Demonstranten und auf der anderen Seite eine Gruppe von strikt heteronormativen Jugendlichen.

Die Frage, die sich stellt ist: Wie kommen die Jugendlichen zu dieser Meinung? Vertreten sie ihren eigenen Standpunkt oder geben sie den Wortlaut ihrer Eltern, Geschwister und Idole wieder? Handelt es sich um das Rezitieren von Rappern, Youtubern oder anderen Influencern? Inwiefern werden die Jugendlichen von ihrer Umgebung beeinflusst und wie viel von dem, was sie sagen, entspricht ihrem eigenen Weltbild?

Aussagen wie: „Frauen sind Objekte in meinen Augen wie Kontaktlinsen“ des Rappers Kollegah, oder: „Ich hab’ keine Liebe für dich, Schwuchtel, ich verteile Hiebe“, der Rapper Azad und Kool Savas, lassen einen zu dem Schluss kommen, dass Jugendliche ihre Ansichten auf den Aussagen von Rappern bauen.

Das Problem ist, dass uns unser Umfeld stark beeinflusst. Uns werden Ansichten vorgelebt und in die Wiege gelegt. Wir glauben, was wir für richtig halten, und wenn man uns erklärt, was richtig und was falsch ist, versuchen wir dementsprechend zu handeln. Ein weiterer Grund für die Homophobie unter Teenagern scheint das Alter zu sein. In Zeiten der Selbstfindung und Ergründung der eigenen Sexualität scheint es für viele schwer zu sein, sich zurecht zu finden oder aufgeschlossen gegenüber denjenigen zu sein, welche sich sexuell gleichgeschlechtlich orientieren. Durch all diesen Faktoren scheint es für viele Jugendliche schwierig zu sein, sich mit der Homosexualität anderer Jugendlicher zu arrangieren.

Doch was könnte die Situation verbessern?

Wie Kultur, Familie und Freundeskreis, spielt auch die Schule eine entscheidende Rolle im sozialen Umfeld eines Jugendlichen. So sollte es Aufgabe der Lehrer sein, den Sexualkunde-Unterricht nicht heteronormativ auszulegen und den Schülern mit auf den Weg zu geben, dass Menschen sich unterscheiden. Ein gutes Beispiel können Mitschüler sein, die selbst nicht den Normen entsprechen und sich trotzdem wie alle anderen Schüler verhalten.

Das Thema Homophobie lässt sich nicht aus der Welt schaffen. Trotzdem müssen wir als Gesellschaft versuchen, das Problem zu minimieren. Denn solange Homophobie an Schulen ein großes Problem ist, hat sich das Thema nicht erledigt.

(Foto: Andrzej Rostek/Shutterstock.com)