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Zwischen Existenzangst und Nachhaltigkeit: „Ist unser Geld noch sicher?“

2. September 2018

Zwischen Existenzangst und Nachhaltigkeit: „Ist unser Geld noch sicher?“

Diverse Wirtschaftskrisen haben die Menschen verunsichert. Sie fragen sich: „Ist unser Geld noch sicher?“. Diesem Thema widmeten sich auf dem Campfire-Festival Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von „Finanztip“ und Angelika Stahl, die bei der GLS Bank für den Individualkundenbereich zuständig ist. Moderiert wurde die Veranstaltung von Stephan Mündges, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Journalistik in Dortmund arbeitet.

„Wenn Sie ihr Geld in Branchen investieren, die wir in Zukunft brauchen, in Bereiche, die gesellschaftlich wichtig und sinnvoll sind, dann müssen Sie keine Angst haben“, sagt Angelika Stahl. „Natürlich wird es dann Schwankungen geben, aber auf Dauer müssen Sie sich keine Sorgen machen“. Stahls Arbeitgeber, die GLS Bank, sieht sich selbst als „erste Ökobank der Welt“. Sie arbeitet nach sozial-ökologischen Grundsätzen. Auch Journalist Hermann-Josef Tenhagen kann dem Grundgedanken einer nachhaltigen Investition viel abgewinnen. „Das zentrale Problem ist allerdings, dass sie sich dann auch mit dem Thema beschäftigen müssen“, sagt er. Wenn die Kunden nicht rein dem Urteil anderer vertrauen möchten, müssen sie sich jedes einzelne Unternehmen aus dem Fonds genauer ansehen. „Wer wenig Spaß an Geldanlage hat, bleibt dann halt beim Indexfonds“, sagt Tenhagen. Die Nachhaltigkeit der einzelnen Unternehmen spielt dann keine Rolle mehr.

Beim Thema Rente warb Tenhagen dann noch für einen Ansatz mit eher schlechtem Leumund. „Wenn Sie oft Ihren Arbeitsplatz wechseln, dann sind sie bei der Riester-Rente am besten aufgehoben“, sagt er. Ansonsten sieht er Vorteile bei der Betrieblichen Altersvorsorge. Sie bietet auch Anreize für die Unternehmen. „Der Chef muss da auch was dazutun. Denn nicht nur sie, auch er spart dadurch Geld“, erklärt Tenhagen.

Doch es ging auch um die ganz generellen Fragen. Ein Zuschauer erinnerte an den Namen der Diskussion. „Ist unser Geld denn jetzt sicher“, fragte er. Tenhagen beruhigte. „Wenn Sie ihr Geld auf der Bank in Euro angelegt haben, werden Sie immer wieder ein wenig verlieren. Aber an die große Krise glaube ich nicht“, sagt er. Bei Krisenangst sei eine Investition in Gold ohnehin nicht hilfreich. „Kaufen Sie sich lieber einen Schrebergarten“, rät Tenhagen. Viele der Zuschauer hatten aber auch ganz spezielle Fragen, zu ihren Rentenfonds, Lebensversicherungen oder der Zukunft des Bargelds. Das Interesse war groß, die Detailfragen nicht bis ins letzte zu klären.

Für Stahl geht es bei der GLS Bank vor allem um ein anderes Miteinander. „Wir haben keinerlei provisionsbasierte Bezahlung der Mitarbeiter“, sagt sie. „Der Mensch soll bei jeder Beratung mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen“, damit die nachhaltigen Investitionen am Ende auch dem Einzelnen zu Gute kommen, so das Ziel.