TikTok Zeitgeist

RP bei TikTok: Die Nutzeroberfläche ist ganz schön knifflig

11. März 2021

RP bei TikTok: Die Nutzeroberfläche ist ganz schön knifflig

Seit Februar sind wir mit der Rheinischen Post auch bei TikTok vertreten. Da wir mit der Plattform ganz viele neue Erfahrungen machen, blogge ich hier immer wieder zu unserem Projekt. Das erste Thema: die Nutzeroberfläche der App.

Einmal kurz zum Hintergrund: Seit 2019 gibt es das Programm #LernenmitTikTok, mit dem TikTok Bildungsinhalte auf der Plattform vorantreiben will. Dieses Jahr wurde die Förderung für Medienhäuser geöffnet. Die Rheinische Post ist dabei: Parallel zur gleichnamigen „Humbug“-Artikelserie produzieren wir Kurzvideos, in denen wir verbreitete Mythen und Falschnachrichten aufklären – von Chemtrails bis zu Behauptungen über Corona-Impfung. Unsere Hosts sind meistens Aziza El-Gindi, Stephanie Eßer und Sahar Khodjasteh aus dem Team Audience Development. Ab und zu werden Themen auch von uns eingesprochen und dann von UX-Designer Phil Ninh animiert. 

Einfach mal schnell Videos machen?

Gerade was die Nutzeroberfläche betrifft, haben wir mit den ersten Videos schon eine Menge gelernt. Denn wenn man als User täglich in TikTok herumscrollt, sieht es erst einmal so aus, als könnte man mit einfachen Tricks relativ schnell sehr kreative Videos erstellen. Das stimmt auch. Aber:

Wer beispielsweise Inhalte für die Instagram-Stories produziert, ist an eine Kopfleiste gewöhnt, in der Nutzername, Zeitstempel und Kontextmenü von oben in das Bild ragen. Bei TikTok kommen zur Kopfleiste mit der Feed-Bezeichnung und aktuell dem Covid19-Button noch weitere Elemente hinzu, die das Video überlagern: die Seitenleiste mit den Interaktionsbuttons und unten gegebenenfalls der Effektname, die Caption plus Hashtags und der Songtitel. Der eigentliche Bildausschnitt, auf dem man Inhalte darstellen kann, ist also noch viel kleiner als bei anderen sozialen Netzwerken.

Grafik: Phil Ninh

Bis alles passt: Experimente mit Effekten, Untertiteln, zusätzlichen Elementen

Unsere Humbug-Videos drehen wir vor allem mit dem TikTok-eigenen Greenscreen-Filter. Keine andere App kommt zumindest zurzeit auch nur annähernd an die Qualität dieses Effekts heran. Dadurch müssen wir andere Elemente ebenfalls mit den TikTok-eigenen Mitteln erstellen. Eine zusätzliche Herausforderung dabei: Wir haben uns von Anfang an dafür entschieden, dass unsere Videos Untertitel haben sollen, einmal für Nutzer, die ohne Sound gucken, aber genauso zugunsten der Barrierefreiheit.

In den ersten Videos hingen die Untertitel bei uns noch unter der Caption und waren in den ersten Sekunden nicht richtig lesbar. Danach haben wir probiert, sie über dem Kopf zu platzieren, was aber auch nicht besonders nutzerfreundlich aussah. Es brauchte also weniger Headspace beim Drehen, damit die Untertitel zwischen Kopf und Caption passen. Unsere Eselsbrücke: Die Untertitel können etwa auf Höhe des Kommentarwidgets in der Seitenleiste anfangen.

Aziza El-Gindi widerlegt Chemtrails.

Und noch eine letzte Kleinigkeit, wenn man bei der Nutzeroberfläche wirklich alles richtigmachen will: In der Videovorschau im Profil kann es schnell passieren, dass die Kachel in die Like-Anzeige ragt.

Screenshot: TikTok-Profil der RP

Und selbst, wenn man auf all das geachtet hat: Thematisiert man in den Videos Corona-Themen, packt TikTok manchmal automatisch nach dem Publizieren eine Covid19-Infoleiste unter die Caption, die damit noch höher und dann wieder in die Untertitel rutscht. Aber eben nicht immer. 

Sahar Khodjasteh über den Ursprung des Coronavirus.

Fazit: 
So intuitiv wie die TikTok-App auf den ersten Blick wirkt, muss man beim Erstellen von Videos auf einiges achten, bis das Ergebnis wirklich professionell aussieht.

Hinweis:

Mit dem „Humbug“-Projekt ist die Rheinische Post Teil der #LernenmitTikTok-Förderung von TikTok. Bei diesem Blogbeitrag handelt es sich um keinen Bestandteil der Kooperation.

Unsere Autorin ist Leiterin Audience Development bei der Rheinischen Post. Hannah Monderkamp finden Sie unter anderem auch auf Twitter und LinkedIn.