Buzzfeed verrät sein Geheimnis und startet ein Super-Werbe-Netzwerk

„Wenn einer Millennials erreicht, dann sind wir das“ — Buzzfeed ist seit einigen Jahren Stammgast auf der South-by. Im letzten Jahr hat CEO Jonah Peretti im größten und völlig überfüllten Saal den Zuhörern runtergebetet, warum die alten Link-Modelle veraltet sind. Vorbei sind die Zeiten, die Nutzer auf die eigene Webseite zu lotsen. Er predigte, das dezentrale Medien-Netzwerk die Zukunft sind. Inhalte überall. Wie Buzzfeed mit dieser Strategie jetzt ordentlich Geld verdienen möchte und welches Geheimnis hinter dem Erfolg der Inhalte steckt, hat in diesem Jahr Chief Creative Officer Frank Cooper erklärt. 

Buzzfeed hat auf der South-by-Southwest Interactive den Start des eigenen Super-Werbe-Netzwerks „Buzzfeed Swarm“ angekündigt. Swarm befindet sich ab sofort im Beta-Status. Werbepartner können Kampagnen auf allen Buzzfeed-Kanälen starten. Bisher hat es Tests zusammen mit NBC gegeben. Künftig sollen auch andere Werbepartner die Kanäle nutzen können. Kampagnen können dann nicht nur über die Buzzfeed-Webseite gespielt werden, sondern werden auch für alle gewünschten und zur Verfügung stehenden Kanäle umgesetzt — egal ob Facebook, Twitter, Snapchat, Vine oder ein anderes soziales Netzwerk. „Im Herzen von Buzzfeed geht es um einen Native-Advertising-Ansatz“, erklärte Cooper. „Es geht um Werbung, die sich organisch anfühlt. Wir erstellen Inhalte speziell für jede soziale Plattform.“

 

Täglich veröffentlicht Buzzfeed 600 Inhalte. Die Zahlen von Buzzfeed sind beeindruckend. Sechs Milliarden Abrufe gibt es monatlich. Das Spielen der Inhalte auf unterschiedlichen Kanälen funktioniert sehr gut. 21% des Traffics kommt mittlerweile von Snapchat. Doch was ist das Geheimnis des Erfolgs? Frank Cooper hat dies in dem folgenden Satz zusammengefasst, den ich für sehr wichtig halte. Er ist aber bisher in den wenigsten Redaktionen angekommen:
„Empathie und menschliche Verbindungen sind die neuen Superkräfte um eine große Nutzerschaft aufzubauen.“
Dahinter steckt die Einstellung zum Nutzer. Diktiere ich ihm als Medium die Sichtweise auf ein Thema? Zwar haben schon viele Redaktionen verstanden, dass sie nicht mehr „von oben herab“ berichten können, aber die wenigsten Redaktionen bringen ihren Nutzern Empathie entgegen. Buzzfeed konzentriert sich auf diese Punkte:
  1. Content that connects to you.
  2. Content that connects to your inner-circle.
  3. Content that connects to sub-cultures.
  4. Content that connects you to culture at large.
Zu 1.) Oft fühlen sich Nutzer mit ihren Bedürfnissen nicht erstgenommen. Immer wieder stoße ich auch auf diese Reaktion in Deutschland. Ein Extrembeispiel sind die Sympathisanten der Lügenpresse-Vorwürfe. Buzzfeed hat eine Serie für junge Muslime erstellt. Es gab folgenden Leserbrief, nachdem Buzzfeed eine Serie über junge Muslime veröffentlichte: „Everyday, I get called ‚brainwashed‘ for following my religion. As a Muslim girl living in Australia, I can’t start to explain how much it meant to me to have a whole series dedicated to Muslims. Truly want to say thank you!“
Zu 2.) Buzzfeed erstellt auch Inhalte für ganz kleine Zielgruppen, die sich dann mit der Marke verbunden fühlen. Als Beispiel führte Cooper Inhalte für intersexuelle Menschen an. Es gibt kaum ein großes Medium, welches spezielle Inhalte für Menschen zwischen den Geschlechtern erstellt.
Mehr Empathie also.
Buzzfeed predigt die Wichtigkeit sich auf die Nutzer hinzubewegen und nicht zu erwarten, dass die Nutzer zur Marke kommen. Copper: „Buzzfeed macht dies besser als andere.“

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