Wer nutzt Snapchat? Ein Blick in die Röhre

Während wir in Deutschland uns noch Gedanken über die Faszination und Verbreitung von Snapchat machen, wie zum Beispiel am vergangenen Wochenende auf dem Barcamp Düsseldorf, machen aus den USA ganz andere Meldungen die Runde. Neben Twitter hat auch Snapchat einen Stellenabbau angekündigt. Snapchat beendet sein Experiment, eigene Inhalte für die Plattform zu erstellen. Der „Snap Channel“ ist gestoppt worden, die Online-Redakteure werden entlassen. Andere Medienpartner werden die Inhalte unter „Discover“ weiter zur Verfügung stellen. Doch zurück zur Nutzung: Schauen wir noch nach Großbritannien, wo wir etwas interessantes über die App lernen können, die derzeit viel Aufmerksamkeit bekommt.

Snapchat ist der Trendsetter unter den Messaging-Diensten. Immer mehr Menschen laden sich das gelbe Icon mit dem weißen Geist auf ihre Smartphones. Ich selbst habe den Hype um Snapchat lange Zeit nicht wirklich verstanden. Doch die vielen U-Bahn-Fahrten durch London haben meinen Blick verändert.

London und Snapchat haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Aber London ist groß und die Fahrten von einem Teil der Stadt in einen anderen nehmen viel Zeit in Anspruch. Ich habe also sehr viel in der Tube, der britischen Röhre, verbracht. In der Regel stand oder saß ich rum und habe die Menschen um mich herum beobachtet. London ist eine extrem bunte und exotische Stadt, die Menschen dort strahlen sehr viel Kraft aus. Das war aber nicht alles, was ich beobachtet habe. Die meisten hatten ihr Smartphone in der Hand und haben mit dem Daumen von Bild zu Bild getippt. Oben rechts lief dabei immer die Zeit mit. Das kam mir bekannt vor: Snapchat!

In London ist diese App gefühlt schon Mainstream. Jeder hat sie, jeder macht Snaps oder guckt sich Storys an. Die Freunde einer jungen Frau, die mal neben mir saß, haben auf Snapchat die letzte Partynacht dokumentiert. Bei jedem Kurz-Video wurde das Lächeln der Betrachterin immer breiter – genauso übrigens der Zustand der Protagonisten in den Snaps. Die Inhalte sind den meisten Snapchattern – noch – relativ egal. Was zählt ist das „Mittendrin“-Gefühl. Der weiße Geist lässt sie visuell am Leben ihrer Freunde teilhaben – und das sogar ohne wertvollen Speicherplatz zu belegen. Die Snaps haben nämlich ein Verfalldatum, das der Absender selbst bestimmen kann.

Die Möglichkeiten bei Snapchat werden immer größer. Lustige Filter machen die App unterhaltsamer und eine deutlich wachsende Community macht sie brauchbarer – auch für mich. Immer mehr Freunde melden sich an und machen meine Snapchat-Welt bunter und attraktiver. Teilweise wird das Programm von Medienpartnern auch schon für journalistische Inhalte benutzt.

Ich bin mir trotz meiner anfänglichen Skepsis sicher, dass Snapchat auf allen Ebenen eine gute Perspektive hat. Wie genau die aussehen wird, weiß ich allerdings noch nicht.

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